Kein Verzicht in der Fastenzeit

Carsten Fastner | Lexikon | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Das Festival Osterklang überbrückt wieder die spielfreie Osterzeit in Wiens Konzerthäusern

Allzu "ausschweifende“ oder dem "eitlen Ohrenschmaus“ dienliche Musik hat die katholische Kirche im Gottesdienst jahrhundertelang nicht gern gesehen, am wenigsten natürlich in der Fastenzeit. So weit zumindest die Theorie des Trienter Konzils von 1563. In der Praxis freilich ließ sich diese rigorose Position nie so recht durchsetzen.

Ein Umstand, dem wir ein riesiges kirchenmusikalisches Repertoire verdanken, das weit mehr bietet als "schlichten Gesang und Orgelspiel“. Geistliche Kantaten, Passionen und Oratorien standen den weltlichen Sinfonien und Opern an musikalischer Pracht bald in nichts nach - und wurden selbstverständlich auch in der Passionszeit geboten.

Das Festival Osterklang, mit dem heuer von 15. bis 25. April wieder die spielfreie Osterzeit der Konzerthäuser überbückt wird, knüpft programmatisch an diese kirchenmusikalische Tradition an. Keine Rede also von kulturellem Verzicht

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