Tiere

Studiert schimpfen

Lexikon | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Diese Obersäue mit heruntergelassenen Hosen, die Korkenziehschwänze, diese muffigen Schweißschimpansen

H.C. Artmann, How much, schatzi?

Das Aprilwetter mit seinen wechselnden Sonnenschüben, Regengüssen und Windböen lässt nicht nur Pflanzen austreiben, sondern auch herzhafte Flüche gedeihen. Doch leider steckt die Fluchforschung, die Malediktologie, eine Unterdisziplin der Sprachwissenschaft, die sich mit dem Schimpfen und Schimpfwörtern beschäftigt, noch in ihren verdammten Kinderschuhen.

Der Schweizer Roland Ris, emeritierter Professor der ETH Zürich und Sprachforscher, beklagt den Trend zur angloamerikanischen Kultur sexualfixierter Flüche wie "Fuck you!“. In Mittel- und Osteuropa leben nämlich eigentlich eher analfixierte Schimpfer, die sich mit vielfältigen Beschreibungen der Verdauungsprozesse beschäftigen. Man unterscheidet strikt das sprecherbezogene Vor-sich-hin-Schimpfen vom konkreten, partnerbezogenen Beschimpfen.

Auch in diesem Sprachbereich ist der Anteil von Tiernamen

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