Kolumne  

Europas Pragmatismus: was auf die Rettung Portugals folgt

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Die Abwicklung der Finanzhilfe für Portugal mag routiniert über die Bühne gehen. Das Ende der Eurokrise ist damit noch lange nicht erreicht. Denn nach der finanztechnischen Beruhigung können politische Nachwehen von noch unbekannter Heftigkeit folgen.

Tatsächlich stechen die Unterschiede zum hektischen Frühjahr 2010 ins Auge, als der Bankrott Griechenlands Europa in den Abgrund zu reißen drohte. Der deutsche Boulevard hetzte damals gegen das Lotterleben der Frührentner im warmen Süden. Aufgeregte Minister erinnerten in Athen an die ungesühnte deutsche Besatzung. Ein CDU-Politiker wollte Ägäisinseln versteigern. Der Euro im Keller, schien Europa vor dem Zerfall.

Zwölf Monate später entlockt die portugiesische Zahlungsunfähigkeit den berühmten Finanzmärkten nicht einmal ein Achselzucken. Sogar die mögliche Ansteckungsgefahr für Spanien schlägt keine Wellen. Der Euro steht so hoch, dass die Exportwirtschaft stöhnt.

Die anfangs so holprige Gegenstrategie der Europäischen

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