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Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Mit dem Herzen woanders

Das Jüdische Echo zum Thema Diaspora zeigt, wie aktuell und universell jene Themen sind, die die jüdische Community seit jeher beschäftigen. Wo liegt meine Heimat? Wie definiere ich mich selbst? Chefredakteurin Martha Halpert gestaltete ein Heft, das ein wenig jüdische Nabelschau genauso bietet wie einen Blick in die Diasporas der modernen Völkerwanderungswelt. Anton Pelinka schafft in seinem Beitrag einen Brückenschlag. "Die europäische Diaspora-Erfahrung ist die Fortsetzung des Ghettos. Das Gegenteil davon ist die Diaspora-Erfahrung in den USA.“ Denn im Land der Bindestrich-Identitäten ("Irish-American“) sei die Diaspora-Erfahrung eine generelle, und deswegen zöge es gerade Juden dorthin. Europas Nationalstaaten hingegen böten nur das Konzept der "Leitkultur“ an, und in einer solchen "können sich Juden nicht wirklich wohlfühlen“. Nicht nur sie nicht. BT

Das Jüdische Echo 59 2010/2011: Weit von wo? Menschen in der Diaspora. Falter Verlag, 184 S., € 14,50


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