Nachgesehen  

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Wo die Erinnerung an die Wehrmachtsdeserteure weiterleben könnte

Im Koalitionsübereinkommen der rot-grünen Wiener Stadtregierung findet sich auf Seite 52 das Bekenntnis zur "Errichtung eines Mahnmals für Deserteure“. Aber wie soll es konkret ausschauen? Und wo soll es stehen? Der Historiker Thomas Geldmacher vom "Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der Militärjustiz“ wünscht sich keinen versteckten, sondern einen symbolträchtigen, zentralen Ort für dieses Denkmal. "Wir fordern die Rückeroberung des Heldenplatzes.“ Dort sollte kein "monströses Mahnmal“ hingestellt werden, sondern eine zeitgemäße Form der Erinnerungskultur gefunden werden. Wie etwa in Köln, wo eine Pergola einlädt, sich darunter zu treffen - und die Hinweistafel zu entdecken, die dann den historischen Kontext erklärt. Richard Wadani, einer der wenigen noch lebenden Wehrmachtsdeserteure, spricht etwas Wichtiges aus: "So ein Denkmal, das ist ja keine Frage des Entgegenkommens. Das ist eine politische Frage.“


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