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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Eine seltsame Art, Synergien zu nützen: Vor zwei Wochen meldete die Presse, dass ihr langjähriger stellvertretender Chefredakteur Michael Prüller vom Journalismus sozusagen auf die andere Seite wechselt und ab Mai Pressesprecher von Kardinal Christoph Schönborn wird. "Nun leiht also Michael Prüller dem Kardinal und Erzbischof von Wien seine Stimme“, schrieb die Presse am Sonntag zum Abschied. So schlimm kann der Trennungsschmerz aber nicht sein: Der künftige Schönborn-Sprecher behält nicht nur seine regelmäßige Sonntagskolumne mit dem Titel "Culture Flash - Frontnachrichten aus dem Kulturkampf“, sondern hat jetzt auch in der Presse am Sonntag Ulrich Zankanella, einen hochrangigen Franziskanerpater, interviewt. Das Problem daran ist nicht der Inhalt, sondern die Verpackung: Gerade jetzt, wo Zeitungen - zu Recht - Unvereinbarkeiten der Tätigkeiten von Politikern aufzeigen und der Politik mangelnde Sensibilität in solchen Fragen vorwerfen, hat genau so ein Interview eine seltsame Optik.


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