"Im Sprechen denken, nicht im Denken“

Medien | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Über Subjektivität, Gespräche als Literatur und heraustropfende Wahrheiten: zum Tod von André Müller

Hommage: Elfriede Jelinek

Da laufen die Menschen herum und leisten sich Subjektivität, etwas Besseres können sie sich nämlich (ihre Namen bürgen dafür) nicht leisten (und darauf bauen sie und leisten sich oft eine Menge gegenüber andren Menschen). Sind sie nicht fertig ausgeführte Gedankenentwürfe, und zwar von Gedanken, die ein andrer hatte, vielleicht ein höheres, höhnisches Wesen, das sich endlos über uns amüsiert?

Der Interviewer André Müller wird sie schon fertigmachen, nein, nicht fertig machen, er ist vielleicht so einer, der diese bereits Geschaffenen, wobei er sich ebenfalls oft glänzend amüsiert, noch einmal schafft (auch im Sinn von Erschöpfung, die manche sicher nach Gesprächen von ihm gefühlt haben), aber nicht als seinem Willen oder seiner Vorstellung entsprechend, ihnen diese Subjektivität damit nehmend, sondern indem er über sie nachdenkt, aber im Sprechen,

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