Sex als ideologischer Imperativ der Revolution

Feuilleton | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Als Serbien noch bei Jugoslawien war, gehörte Dusan Makavejev zu den bedeutendsten Filmregisseuren des Ostens

Einführung: Michael Omasta

Es sind haarsträubende Geschichten, die Dušan Makavejev in seinen Filmen erzählt. So zum Beispiel die bizarre Affäre zwischen einer Telefonistin und einem Rattenfänger. Oder die Geschichte eines serbischen Artisten, zu dessen Spezialitäten das Abbremsen von Automobilen durch bloße Körperkraft oder das Balancieren verzückter Damen am Hochseil gehören.

Die bevorzugte Form des 1932 in Belgrad geborenen Makavejev, der in den 60er- und frühen 70er-Jahren zu den bedeutendsten Filmemachern aus dem Ostblock und zu den fixen Größen auf internationalen Festivals zählte, ist die Collage. Mit revolutionärem Furor kommt in seinen Filmen zusammen, was auf den ersten Blick nie und nimmer zusammengehört. Weil offene Kritik etwa an der Bürokratie oder gar der Partei nicht möglich ist, bedient sich der Künstler statt realistischer Erzählweisen der Allegorie,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige