Clara Luzias viertes Album: aufgeraute Oberfläche, gewagtere Arrangements

Feuilleton | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

"The greatest fear is yet to come“ lauten die ersten Worte auf Clara Luzias viertem Album; "we can only lose“ heißt es wenig später. Beim Vorgänger "The Ground Below“ hat die Wiener Songwriterin noch erklärt, vom Gejammer genug zu haben. Jetzt jammert sie also wieder, und es ist gut so. Nicht dass "The Ground Below“ schlecht gewesen wäre; einen Tick zu gefällig aufbereitet war es rückblickend aber doch.

Unterstützt von ihrem neuen Produzenten Hubert Mauracher, hat Clara Luzia die Oberfläche auf "Falling into Place“ merklich aufgeraut. Individualität statt Perfektion lautet die Devise. Die Stimme steht wieder ganz klar im Zentrum, die Arrangements sind gewagter als zuletzt. Da kann ein Song als karge Gitarrenballade beginnen und sich unterwegs in einen eingängigen Midtempo-Popsong verwandeln, da darf das Tempo durch ein Cellointro im nächsten Song gleich wieder herausgenommen werden, da erweitert sich die melancholische Folkpopwelt auch um elektronische Elemente. Das klingt alles so schön wie gewohnt, aber eben um genau jenen Tick spröder als zuletzt, der Clara Luzias Liedern so gut steht. GS

Clara Luzia: Falling into Place (Asinella)

Live: 20.4.,

20 Uhr, Wuk


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige