Nüchtern betrachtet

Ich befreie meinen inneren Matrosen

Feuilleton | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Unlängst habe ich einen ganzen Schwung Braunes und Graues aussortiert. Wo der Glavinic-Rausch und -Wahnsinn immer zügig reinwinkt in die gute Stube ("Das Weiße ist ein Teil der Wirklichkeit, so wie Analverkehr und Wiener Schnitzel“), da sage ich: "Exzess, schön und gut - aber bitte in Maßen!“ Koks kommt mir sowieso nicht ins Haus beziehungsweise die Nase, die ist nämlich ganz schön groß, und in meinem Oberstübchen wär sicher bald die Hölle los. Nein, das Weiße lass ich lieber gänzlich aus, und darüber hinaus schmeiß ich vom Braunen und Grauen gleich auch noch was raus - damit wieder ein bisschen mehr Platz ist im Kleiderschrank. Für Blaues zum Beispiel. "Mein Schatz ist ein Matrose, der macht auf dicke Hose, und ich als seine Frau, trag ab heute nur noch Navyblau“, lassen Arthur Sullivan und William Schwenck Gilbert die Mabel in ihrem Opernschwank "The Pirates of Penzance“


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