Prost!  

Alle miteinander b’soffn samma: Megaflasche Puntigamer

Lexikon der Getränke. Diese Woche: 1,5-Liter Puntigamer

Stadtleben | aus FALTER 15/11 vom 13.04.2011

Dass die Leute über ein bestimmtes Bier reden, das kommt ja nicht allzu oft vor. Bier ist Bier - und jede Biertrinkerin, jeder Biertrinker hat da so Favoriten. Wer nicht gerade zufällig Bierpäpstin ist oder so was, der schmeckt auch nicht so die Wahnsinnsunterschiede. Jedenfalls reden derzeit alle vom Puntigamer. Was damit zusammenhängt, dass die steirische Brauerei neuerdings ihr Bier in der 1,5-Liter-Petflasche anbietet, was soll das denn?

Puntigamer preist diese Maxiversion als eine Art Festlformat an. Weil man an vielen Flaschen nicht schwer zu tragen hat, wenn irgendwo eine Bierparty steigt. Dort gibt es dann zum Beispiel auch keine Scherben, wenn die Flasche herunterfällt oder jemand mit dem Hammer draufhaut. Oder wenn einer sie einem anderen über den Kopf zieht. Toll. Außerdem, als hätte sich das Pfandsystem beim Bier nicht bewährt, könne man die Flaschen einfach in der gelben Tonne entsorgen, aha.

Damit das Bier nicht gleich abgestanden schmeckt, ist die Flasche wiederverschließbar, man muss also nicht gleich drei Krügerln in einem Zug leeren. Kann man aber. Und darauf könnte es auch hinauslaufen: fröhliche Menschen, die auf öffentlichen Plätzen an der Maxi-Flasche hängen. Oder traurige Menschen, die allein in ihrer Wohnung vor der Maxi-Flasche versumpfen. Falter-Kollegin Ingrid Brodnig, ihres Zeichens begeisterte Biertrinkerin, winkt aber ab. Sie brauche keine 1,5-Liter-Flasche Bier, sagt sie. Sie habe zwei Katzen; das genügt. cw


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige