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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Diese kompetitive Zielfixiertheit führt doch zu nix! Also, sie führt schon zu etwas, nämlich tendenziell zu dem, was man angestrebt hat. Aber das ist dann oft gar nicht das Richtige! Wenn der Weg das Ziel ist und die Wege im Gehen entstehen, dann ist das Gehen das Ziel. Und dieses Ziel hat die Falter-Marathon-Staffel mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,21 km/h doch ziemlich souverän erreicht. Entgegen der ursprünglichen Ankündigung des Gepp-Sepp, man wolle das beste (im Sinne von: schnellste) Ergebnis aller Zeiten erzielen, war man während des Gehens des Umstands innegeworden, dass das schlechteste (im Sinne von: langsamste) Ergebnis eventuell genauso gut, wenn nicht gar besser noch sei. Rund 13 Minuten "langsamer“ und rund 500 Plätze "schlechter“ als die Vorgängerstaffel im Vorjahr konnte das umbesetzte Quartett (neben Gepp noch Christoph Heshmatpour, Matthias Dusini und Barbara Tóth) dem Gemeinschaftsgedanken (zwei Geschlechter, drei Ressorts) zu einem fulminanten Triumph verhelfen: Man küsste sich bei der Staffelholzübergabe, herzte sich im Ziel, nagte beim anschließenden Gelage die ein oder andere Sparerippe des Sitznachbarn kahl.

Der Rest der Redaktion durfte dieses unglaubliche Gemeinschaftsgefühl schon am Vorabend und weitgehend schweißfrei genießen (sobald man nicht zu viel anhatte). Angehörige aller Geschlechter und geschlechtlichen Geneigtheiten und aller Ressorts waren anwesend gewesen, um mit Belle and Sebastian einer Band mit fallweise doppelt besetzter Melodica zu lauschen. Uncool ist das Neue Cool!!


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