Vor 20 Jahren im Falter - Wie wir wurden, was wir waren

Haltet inne!

Falter & Meinung | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Irgendjemand musste sich verrechnet haben, denn von den geplanten vier Bonk-Bastelbögen, Drucken des Typosophen Ecke Bonk, die auf je einer Doppelseite je ein Viertel eines konzentrischen Kreises zeigten, waren bis dato nur zwei erschienen, dieses aber sollte die letzte Ausgabe vor dem großen Wandel sein - "Ab 24. April sieht der Falter anders aus. - ? - In einer Woche wissen Sie mehr“, steigerte das Cover die Spannung ins Unerträgliche - was also tun mit dem fehlenden Bastelbogen?

Typische Antwort aus der Falter-Frühzeit: Dann drucken wir eben zwei in einer Ausgabe; dazu ein ganzseitiges Inserat, in dem sich der neue Falter eher konventionell ankündigte. Zu schreiben blieb da nicht mehr viel. Vielleicht lag das auch in der Absicht der Gestalter, die sich, wenn meine Erinnerung nicht trügt, mit fast allem, was sie hatten, auf das Unternehmen "Falter neu“ konzentrierten.

Im Editorial hörte ich mit der mir offenbar eigenen Beharrlichkeit schon damals nicht auf zu erklären, warum es den Falter geben müsse. Es war bereits die dritte Folge dieser Erklärungsversuche, aber weil es sie gab, sei auch sie hier zitiert. Sie führt folgende drei Gründe an, den Falter zu lesen: das Service, den redaktionellen Teil und die Unabhängigkeit des Falter.

Am besten gefällt mir Grund zwei: "Mit der kulturell dominierten Freizeitgesellschaft sind auch die Feuilletonteile der Zeitungen und der Magazine im Wachsen begriffen. Im Lauf dieser Bewegung hat der Falter, sowohl was Autoren als auch was Themen betrifft, auf organische Weise einen Teil seines Vorsprungs eingebüßt. Andererseits schmückt nun diese Feuilletons eine Reihe von mehr oder weniger jungen Menschen, die ihre politische Laufbahn im Falter begonnen haben. Wie schon bemerkt, schreitet die Verallgemeinerung des Falter unaufhörlich fort.“ Warum dennoch Falter lesen? "Weil der Falter trotz bedeutend gestiegener Aktualität noch immer sein eigenes Tempo behalten hat, das ihn auch einmal innehalten lässt“. aT


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