Nachgesehen

Politik | Joseph Gepp | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Käsekrainer vs. Kebab: Zwei Imbissstände sind einer zu viel

Die Leute“, sagt Dominique Reinprecht, 20, "lassen sich ein Pizzastück einpacken, hüpfen in die Straßenbahn, und weg sind sie. Das ist nicht gut für uns.“ Reinprecht betreibt einen Würstelstand am Alserspitz, wo Alserstraße und Skodagasse zusammenlaufen. Aber ihre Frankfurter und Käsekrainer dampfen immer öfter unberührt auf dem Grill. Denn keine zwei Meter vor ihrem Stand macht die ungleich auffälligere "pizza kebab world“ Kunden abspenstig, betrieben von Dursun Taskin, Besitzer eines guten Dutzends Wiener Kebabstände.

Seit Jahren tobt in der Josefstadt ein kurioser Streit um Fastfood. Taskins Bude, ursprünglich Zeitungskiosk, verwandelte sich 2008 plötzlich in einen Imbissstand - zum Leidwesen des Konkurrenten und ohne Betriebsbewilligung des Bezirks. Der verfügte jetzt nach langem Zögern die Schließung von Taskins Kebab-Welt. "Gut so“, befindet Reinprecht. "Versteckt hinter unserem großen Nachbarn hat uns ja keiner mehr gesehen.“


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