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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Da will sich wohl einer einen Eintrag ins Lexikon der Publizistik erarbeiten: Zwei Mal schimpfte Presse-Chefredakteur Michael Fleischhacker letzte Woche über den "österreichischen Hausfrauenjournalismus“. Provozieren wo geht, dieses simple Rezept hat er von seinem Vorgänger Andreas Unterberger übernommen. Zu dumm, wenn man sich über die Qualität der heimischen Kommentatoren mokiert und dann seinen eigenen Kommentar im Blog nachträglich erklären muss. Hausfrauenjournalisten sind laut Fleischhacker also Journalisten, die so kommentieren, wie das "auch auf Hausfrauenkaffeekränzchen passiert“. Hausfrauen möchte der Chef der Presse damit natürlich nicht beleidigen - abgesehen davon, dass er ihnen mit diesem Statement erklärt, sie hätten viel Meinung und wenig Ahnung. Dabei hätte sich Fleischhacker seine Wortneuschöpfung sparen können: Seinen "Hausfrauenjournalismus“ gab es schon vorher als "Stammtischjournalismus“. Aber damit kriegt man keinen Eintrag ins Publizistik-Lexikon.


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