Das Selbstmordattentat als Pointenfeuerwerk

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Die britische Filmkomödie "Four Lions“ hat Spaß mit Dschihadisten, ohne vor der eigenen Chuzpe zu erschrecken

Wer verfolgen will, wie der war on terror in den letzten Jahren filmisch durchgearbeitet wurde, könnte schlechtere Pfade wählen als die Rollen von Riz Ahmed. Der 28-jährige Darsteller und Teilzeitrapper hat in einer Miniserie über die Vorgeschichte von 9/11 ebenso mitgewirkt wie in einem Problemfilm über britische Muslime unter sozialem Druck.

Am bekanntesten wurde aber Ahmeds Debütfilm: In "The Road to Guantanamo“ (2006) spielt er einen der "Tipton Three“, jener drei jungen Engländer, die aufgrund einer Verkettung unglücklicher Zufälle zwei Jahre lang im US-Internierungslager auf Kuba festgehalten wurden. Dass die drei gläubigen Muslime keine Radikalen sind, sondern Staatsbürger "wie du und ich“, dafür soll im Film schon ihre popkulturelle Kompetenz garantieren: Wer Adidas-Kapuzenpullis trägt und über Hollywoodkino witzelt, hegt keine Anschlagspläne.

Riz Ahmeds


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