Voodoo fährt besser als Marxismus

Feuilleton | Einpeitscher: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Die alten Herren vom Orchestre Poly-Rythmo sind eine der schärfsten Funkbands der Welt

Westlich von Nigeria gelegen, stand das kleine Benin auch musikalisch stets im Schatten seines großen Nachbarn: Gegen Afrobeat-Gott Fela Kuti war kein Ankommen. Dazu fehlte es in Benin schon allein an der Infrastruktur.

Es sollte fast 40 Jahre dauern, bis das 1968 gegründete Orchestre Poly-Rythmo, musikalisches Aushängeschild des Landes, zum ersten Mal außerhalb Afrikas auftrat. Nur einigen wenigen Musikfanatikern und glücklichen Zufällen ist es zu verdanken, dass eine der schärfsten Funkbands unter der Sonne überhaupt der Vergessenheit entrissen wurde.

Die Musik des Orchestre lässt sich als glücklicher transatlantischer Unfall beschreiben. Sie bezieht sich auf traditionelle Voodoo-Rhythmen, die die Götter gnädig stimmen sollen. Auch afrikanische Sklaven, die um 1800 aus Brasilien zurück nach Benin kamen, hinterließen ihre musikalischen Spuren. Fügt man afro-kubanische Einflüsse sowie reichlich


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