Stadtrand

Alle Jahre wieder: heißer Preis für Speiseeis

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Matthias Dusini | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Es gibt Geschäfte, die ihre Waren nicht nur in der Zeit von Ausverkäufen verbilligt anbieten. Auf dem Preisschild des Wasserkochers etwa ist das "99,90 Euro“ durchgestrichen, darunter steht 44,90. Wenn das Gerät eh immer 44,90 kostet, warum lässt man dann den ersten Preis nicht einfach weg. Etwas stutzig macht einen auch der Fahrradhändler, der sein Mountainbike von 538,90 auf 507,90 Euro heruntersetzt. Woher kommt die absolute Zahl, auf die sich diese Verbilligung bezieht? Irgendwie scheint der Trick nicht zu funktionieren, denn das Fahrrad hat bereits Staub angesetzt.

Die Lieblingseisdiele wendet eine andere Strategie an. Die Kunden lesen 2 Euro 20 für eine Tüte und 1 Euro 20 für eine Kugel Erdbeere, Vanille oder Stracciatella. Basta. Sie erfahren den Preis des letzten Jahres nicht: 2 Euro 20 statt durchgestrichener 2,00 und 1,20 Euro statt 1 Euro. Dennoch stehen die Menschen Schlange vor den Eiströgen. Also, liebe Wasserkocher- und Fahrradhändler: Hebt die Preise und lasst die alten weg, dann kaufen wir bei euch.


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