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Das Spiel geht weiter

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 16/11 vom 20.04.2011

Rücktrittsaufforderungen hat es vergangene Woche im Landtag gehagelt: KPÖ, Grüne und FPÖ finden ihren ÖVP-Kollegen Wolfgang Kasic nicht mehr tragbar. Wie der Falter publik machte, hat der Glücksspiel-Chefverhandler regelmäßig vom Spielautomaten-Riesen Novomatic Geld kassiert. Seit Mitte 2007 druckte er in jeder Ausgabe seiner Privatzeitung ganzseitige Inserate des Konzerns, laut Kasics Eigenangaben um 60.000 Euro. Als Wirtschaftskämmerer empfahl er den Automatenbetreibern, die Erhöhung der Glücksspielabgabe zu beeinspruchen - die seine eigene Partei mitbeschlossen hatte.

Die Großparteien exerzieren aber nur vor, wie man das Vertrauen in die Politik weiter ramponiert. Die ÖVP will nicht nur von einem Rücktritt ihres Vize-Klubchefs nichts wissen - sie zeigt auch keinerlei Willen zur Selbstkritik. Stattdessen wetterte Klubobmann Christopher Drexler gegen die "Vernaderungs- und Vorverurteilungskultur“, Parteichef Hermann Schützenhöfer verlor kein Wort zur Causa. Die Schwarzen sagten nicht mal, dass sie mit Kasic über seine Vielfachrollen diskutieren wollten oder dass er beim Thema keine tragende Rolle mehr spielen werde - nichts. Die SPÖ macht ihnen überwiegend die Mauer.

Dabei rühmt sich Kasic in seiner jüngsten Kammer-Broschüre selbst des "Lobbying(s) für die Automatenwirtschaft bei Staatssekretär Lopatka“. Wird er also weiterhin sowohl als deren Lobbyist durch die Lande ziehen als auch im Landtag für freundliche Bedingungen für die Branche sorgen? Sieht ganz danach aus - warum denn auch nicht, ihr Hypersensibelchen?


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