Kunst Kritik

Zwei Künstler, ein "Gespräch“, viel Rätselraten

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Für Außenstehende entwickelt sich "A Conversation“ zwischen Franz Amann und Misha Stroj im Forum Stadtpark in eher schüchterner Form. Das liegt nicht nur daran, dass sich die Malereien Amanns und die Objekte Strojs nicht so recht vorwagen in den Raum, obwohl Erstere schon Ansätze zeigen, selbst zu Objekten werden zu wollen, und Letztere sogar Bezüge zum Umfeld des Forums, zum rostigen Nagel am Stadtparkbrunnen, aufweisen. Das liegt auch daran, dass die Arbeiten so unschuldig leise nebeneinander stehen, aufeinander mit so zarter Empathie eingehen, dass man es auf ersten Blick gar nicht merkt. Und das liegt drittens daran, dass beide Künstler kaum beabsichtigen, die Welt um einen individuellen Ausdruck zu bereichern, sondern sich ganz sacht an das herantasten, was man die Fährnisse des Realen nennen könnte. So tauchen Leinwand und Keilrahmen in ihren Arbeiten nicht als Signet künstlerischer Emanzipation, sondern in zurückgenommener Selbstbehauptung in Objekten oder als Objekte auf, als "Konversationsstücke“ einer intimen Unterhaltung von Künstler zu Künstler. Mehr als über die Welt scheinen die Künstler einander ja über die Geschichte von Malerei und Skulptur erzählen zu wollen. Amann tut das im Verweis, den seine sternförmigen Malereien zu den shaped canvases eines Frank Stella unterhalten: Im Ausloten der Frage, wie objekthaft die Malerei werden kann, verlässt sie nur die Vorgaben des traditionellen Bildgevierts und stellt sich auf für sich schon ästhetisch recht bedeutsame Podeste. Und Misha Stroj ist, so will es die Legende, bei Amann eingebrochen und hat sich seine Rahmen angeeignet. Ja, die Kunst hat einiges auszuhalten im Zeitalter vernetzter Produktionskultur bei gleichzeitiger Verweigerungshaltung dem Kunstmarkt gegenüber.

Forum Stadtpark, bis 7. 5.


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