Seinesgleichen geschieht  

Die Kurz-Falle. Die pseudojuvenile Austreibung politischen Denkens

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Wer möchte das Recht der Jugend bestreiten, einmal in der Versammlung der Greise ein Wort zu sprechen? Der Jugend, auf deren Interessen niemand Rücksicht nimmt, auf deren Kosten sich die Alten gnadenlos verschulden, deren Perspektiven sie ihnen vorschreiben, deren Gefühle sie mit Füßen treten. Die ganze Welt unterwirft sich dem Ideal einer scheinbaren Jugendlichkeit, während sie zugleich vergreist. Berlusconi und die jungen Mädchen: Das ist der sinnfällige Umgang der Macht mit der Blüte neuer Generationen. Demnächst wird er seine Partei vermutlich in "Popolo della Giovinezza“ umbenennen.

Berlusconis Jugendneigung ist nur die extreme Ausprägung eines allgemeinen Missverhältnisses. Gegen solche Missverhältnisse pflegen sich junge Menschen in periodischen Abständen aufzulehnen. Allerdings haben sie das in unseren Breiten schon des Längeren nicht mehr getan. Und wenn, dann mit erstaunlichem Pragmatismus, wie die Audimaxisten, die längst wieder fleißig büffeln und an Karrieren


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