Glosse 

Was wird Verena Remler bloß einmal ihrer Tochter erzählen?

Leben

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Josef Pröll werden sie noch in zehn Jahren rühmen, was für ein anständiger, was für ein aufrechter Kerl das nicht war. Claudia Bandion-Ortner werden sie noch in fünf Jahren hinterherschimpfen, was für eine inkompetente Brillenbratsche das nicht war. Verena Remler aber wird schon morgen vergessen sein. Sie ist es schon heute. Bloß, was wird die Osttirolerin einmal ihrer Tochter erzählen über ihre 159 Tage mit den Großkopferten? Wird sie milde urteilen über die Blender und Neider, die sich auf dem Wiener Parkett tummeln, über die garstigen Hauptstadtjournalisten und die hinterhältigen Parteifreundchen? Ach, könnten wir uns doch einen Blick lang durch die Augen der Verena Remler sehen. Es wär wohl kein schöner Augenblick. Und im nächsten Moment wäre es noch viel schlimmer, es wäre so wie immer.


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