Wenn die Jugendfreundin zur Mörderin wird

Politik | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Zwei Frauen - die eine Tochter eines Opfers, die andere Schwester einer Täterin - arbeiten den RAF-Terror als Familiengeschichte auf

Rezension: Isolde Charim

Am 30. Juli 1977 verschafft Susanne Albrecht einem RAF-Kommando Zutritt zum Wohnhaus des Bankiers Jürgen Ponto. Sie ist die Tochter seines Jugendfreundes, Ponto wird bei dieser Aktion erschossen. Nun, 34 Jahre später, haben Corinna Ponto, die Tochter des Opfers, und Julia Albrecht, die Schwester einer der Täterinnen, gemeinsam ein Buch geschrieben über dieses Ereignis, das sie und ihre Familien gleichzeitig trennt und verbindet: "Patentöchter. Im Schatten der RAF - ein Dialog“.

Das aufsehenerregende Buch findet sich mittlerweile auf Platz zehn der Spiegel-Bestsellerliste. Fast noch erstaunlicher als diese Autorengemeinschaft ist die Erkenntnis nach der Lektüre: Diese vehement private Perspektive auf die Tat ist absolut adäquat - nicht nur für die Angehörigen. Das ist kein beschränkter Zugang zu einem Ereignis, das weit darüber


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