Das Land stinkt nach Blut

Feuilleton | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

In seinem Roman "Die Ausgelieferten“ befasst sich Per Olov Enquist mit einer historischen europäischen Tragödie von aktueller Relevanz

Buchkritik Erich Klein

Eure Majestät, ich bin ein Mädchen von neun Jahren, das von den Balten gelesen hat. Ich bitte Euch, lieber König, lasst sie hier bleiben, damit sie nicht sterben müssen.“ Adressiert war dieser Bittbrief des schwedischen Kindes vom 5. November 1945 folgendermaßen: "An den König, Stockholm, Schloss“.

Bei den angesprochenen Balten handelte es sich um ehemalige Wehrmachts- und SS-Soldaten, die nach erfolgreicher Flucht aus dem sogenannten Kurlandkessel vor der heranrückenden Roten Armee am 8. Mai 1945 im schwedischen Gotland gelandet waren - mitten in der Ostsee und auf sicherem Boden. Nach achtmonatiger Internierung in diversen Lagern wurden sie nach vorauseilend untertäniger Zustimmung der schwedischen Regierung auf sowjetische Anfrage hin an die Russen ausgeliefert.

Der Gegenstand der "Ausgelieferten“, des zweiten Romans


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