Die Feier eines aussichtslosen Kampfes

Feuilleton | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Der Ballettfilm hat wieder Saison - und setzt sich mit dem, was Tanz ausmacht, nur bedingt auseinander

Kritik: Michael Pekler

Eine New Yorker Balletttänzerin erstrebt die absolute Perfektion und findet sie im Augenblick ihres Todes. An der Pariser Oper lässt ein Choreograf seine Schülerin mechanisch immer wieder dieselbe Bewegung ausführen. In Wuppertal biegen sich schöne Körper von schön gekleideten Tanzpaaren auf Verkehrsinseln und unter der Schwebebahn.

In seinem Aufsatz mit dem tollen Titel "Die Verkoppelung der künstlerischen Mittel, untersucht anlässlich des Sprechfilms“ griff der Psychologe und Filmtheoretiker Rudolf Arnheim 1938 ein altes kulturtheoretisches Problem auf: das Laokoon-Dilemma.

Hatte sich Gotthold Ephraim Lessing angesichts des in Marmor gehauenen Todeskampfs des trojanischen Priesters und seiner Söhne noch am Unterschied zwischen bildender Kunst und Literatur abgearbeitet, entwickelte Arnheim, den von ihm scharf kritisierten "Sprechfilm“ vor Augen, seine


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