Nüchtern betrachtet

Bye-bye Arschgeweih, alle stehn zum Abschuss frei

Feuilleton | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Was wurde eigentlich aus der Generation Arschgeweih? Mir will scheinen, dass die sang- und klanglos abgetreten ist, noch bevor sie sich richtig konstituiert hat. Normalerweise ist es doch so: Wenn Menschen von überschießendem Mitteilungsbedürfnis auf keine Castingshowerfahrung zurückgreifen können und ihnen ergo der Anlass fehlt, mit 27 Jahren ihre Autobiografie zu veröffentlichen, kann man immer noch als Klassensprecher oder Klassensprecherin der eigenen Generation auftreten, die es wahlweise echt schwer oder endlich geschnallt hat: weil sie keine echten Nazi-Väter mehr hatte, gegen die sie sich hätte auflehnen können, oder weil der Papa ihnen bloß einen Golf geschenkt hat oder weil sie mit bloß zwei staatlichen Fernsehkanälen aufwachsen musste oder weil sie jetzt nicht mehr im feministischen Schmollwinkerl stehen will - oder was auch immer.

Die Golffahrer und Alphamädchen haben das


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