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Eine Frage der Kultur

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Und die Differenz? Diese Frage stellte sich seit Mitte März: Da präsentierte Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) sein Doppelbudget 2011/12 und kündigte Kürzungen von mehr als 18 Millionen Euro an. Gleichzeitig präsentierte er aber konkrete Maßnahmen nur im Ausmaß von 13,3. Bleiben immer noch stolze fünf Millionen Euro. Und woher nehmen, wenn nicht einsparen?

Nun wissen wir ein wenig mehr. Eine Million kommt vom Institut für Kunst im öffentlichen Raum, das gleich um die Hälfte gekürzt wird. Da stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit - das Institut ist eine der raren Einrichtungen, die lokale Kunstproduktion direkt fördert. Erstaunlich ist auch, wie kommuniziert wurde: Institutsleiter Werner Fenz musste eher beiläufig von Joanneum-Direktor Wolfgang Muchitsch davon erfahren. Der Kulturlandesrat, den Fenz kurz zuvor getroffen hatte, erachtete es nicht für nötig, selbst zu informieren.

Noch ein Aspekt verstört. Das steirische Kulturförderungsgesetz ist in Bezug auf "Kunst im öffentlichen Raum“ einigermaßen explizit: Werde bis 30. April nicht Einvernehmen über einen höheren Beitrag erzielt, sei zumindest ein Prozent der Kosten aller geplanten Bauvorhaben des Landes bereitzustellen. Bislang bedeutete das jährlich eine Million Euro für Kunst im öffentlichen Raum. Nunmehr sollen es 500.000 Euro sein, das ist höchstwahrscheinlich niedriger als vom Gesetz erlaubt - Anfragen bei Kultur- und Finanzressort zur Bausumme blieben unbeantwortet. Natürlich, Gesetze können mit der demokratischen Mehrheit verändert werden. Nur sollte man sich an sie halten. Selbst wenn man meint, gerade die Macht im Lande zu haben.

Herwig G. Höller sitzt in allen Ressorts im Steiermark-Falter


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