Unterwelten, kopfinnen

Steiermark | aus FALTER 17/11 vom 27.04.2011

Gerhard Roth hat seine Odyssee mit "Orkus - Reise zu den Toten“ nun abgeschlossen

Buchrezension: Daniela Bartens

Gerhard Roth hat seine Odyssee in das tiefe Österreich, ins unsichtbare Wien und in die weite Welt mit einer "Reise zu den Toten“ abgeschlossen - 32 Jahre, 15 Bücher, fast 6000 Seiten. Vom abgelegenen Soziotop an der südsteirischen Grenze mit seiner unter bestimmten Umständen tollwütigen Jagd- und Schießgesellschaft in "Der Stille Ozean“ (1980) bis zum südsteirischen Briefbombenbauer Franz Fuchs und dem zyklischen Wiedereinmünden in einen "Stillen Ozean“ des Wahns, aber auch der Kunst und schließlich des Todes am Schluss von "Orkus“ (2011) hat Roth nach und nach einen labyrinthischen Erzählkosmos erschaffen. In diesem kehren einzelne Personen wieder, andere verschwinden, ganz wie im wirklichen Leben: der stumme, verstummte, wahn-sinnige, also schöpferische Imkersohn Linder und sein doppelzüngiger Vormund und Jugendfreund, der Promianwalt und potenzielle Massenmörder

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