Kritik

Nicht kurz, aber ziemlich scherzlos: Kafka im Tag

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Bis zur Pause kann diese Aufführung durchaus etwas: Die verwirrende Anonymität der Amtspersonen wird durch wechselnde Rollenverteilung unterstrichen, Sätze - nicht unbedingt alle in Kafkas Romanfragment zu "Der Prozess“ (Text & Regie: Gernot Plass) zu finden - werden zerhackt und aufgeteilt gesprochen, Verhandlungen finden in einem heruntergekommenen Cineplex statt, und das Bühnenbild besteht nur aus einem Tisch (gleichzeitig Bett), neun Sesseln und tragbaren Türrahmen. Danach aber hechtet Josef K., von Julian Loidl betont cool angelegt, nur mehr durch alle möglichen Szenen, allem Anschein nach, um die auch noch abhaken zu können, bevor er abgestochen wird "wie ein Hund“. Weniger wäre mehr gewesen.

Tag, Fr, Sa 20.00


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