Tanz Kritik

Die halbe Tanzsatire: Béjarts Volksballett

Lexikon | Elfi Oberhuber | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Die Produktion "Le Concours“ hätte eine böse Satire auf die Ballettszene werden können. In der Geschichte um den Mord an einer Ballerina (phasenweise spannend: Olga Esina) grassieren Eitelkeit, Machtgier und Ruhmsucht. So klar die Choreografie-Ikone Maurice Béjart (1927-2007) das darstellt, so abstraktarm ist sein vor 26 Jahren uraufgeführter Erzählrahmen, den er wegen der Rückblenden als "filmisch“ bezeichnete. Daraus wurde nun aber kein bissiger Kunstfilm, sondern ein spekulatives Handlungsballett, das nebeneinander - ohne Aha-Erlebnis - klassische und moderne Schritte, Wettbewerbsstandards und Showeffekte verbraten will. So sind die Klischees nur fad, mit einer Ausnahme: Satire-As Eno Peci als selbstherrlicher TV-Choreograf.

Volksoper, Di 19.00


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