Neu im Kino

Vergessen nicht vergessen: "Into Eternity“

Lexikon | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

In Finnland entsteht das erste Endlager für Atommüll: ein gigantisches Höhlensystem namens Onkalo, das planmäßig im 22. Jahrhundert fertiggestellt werden und dann halten soll, solange das eingelagerte Material gefährlich ist. Nur: Wie plant man ein Sicherheitslager für 100.000 Jahre im Voraus, wenn die Pyramiden noch keine 5000 Jahre alt und schon geplündert sind? Der dänische Konzeptkünstler Michael Madsen ist den Paradoxien dieses Projekts nachgegangen. In "Into Eternity“ adressiert er gleich jene Lebewesen der fernen Zukunft, die womöglich einmal auf Onkalo stoßen: Sie mögen sich bitte daran erinnern, diesen Ort wieder zu vergessen, mahnt der Regisseur. Während Aufnahmen der Bauarbeiten zu Pärt und Sibelius Kunst-Sciencefiction à la Kubrick und Tarkowski evozieren, bilden den eigentlichen Kern des Films Gespräche mit Fachleuten: Die können angesichts der Herausforderungen der Atommüll-Sicherung nur spekulieren. Begleitet werden die Vorführungen des Films von Gesprächen mit dem Filmemacher und Umweltexperten. Empfehlung! JS

Filmcasino (OmU), So 13.00, Theater Nestroyhof Hamakom (OmU), Mo 20.00, Top (OmU), Do 19.00 (Details: intoeternity.poool.at)


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