Buch der Stunde

Ganz dicht dran am Gegenwartswahn

Lexikon | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Richard Kämmerlings (Jg. 1969), zuletzt Literaturredakteur der FAZ und aktuell Feuilletonchef der Welt, hat mit "Das kurze Glück der Gegenwart“ eine Buch über deutschsprachige Literatur seit 1989 geschrieben. In seiner Subjektivität und Begeisterung für den Gegenstand liest es sich derart anregend, dass man es weniger als Versuch einer dicht am Geschehen befindlichen Literaturgeschichtsschreibung verstehen muss denn als Plädoyer für eine zeitgemäße Literatur.

Kämmerlings ist ein moderner und popkulturell geschulter Kritiker mit engem Kontakt zum Zeitgeschehen. Entsprechend sieht die Literatur aus, die er lesen möchte - wie er im einleitenden Essay ausführt: "Jedes neue Buch sollte antreten, etwas über unsere Zeit zu sagen, das seine Vorgänger eben noch nicht sagen konnten. Oder noch nicht so sagen konnten.“

Als radikaler Vorzeigetext dient ihm "Abfall für alle“ (1999), das auch in Buchform veröffentlichte Internet-Tagebuch von Rainald Goetz - "ein riesiger Filter, durch


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