Kunst Kritiken

Ein Totentanz am grünen Tisch

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Die Rollen und Machenschaften der österreichischen Banken im Zuge der Öffnung Südosteuropas sind nicht leicht zu durchschauen. Da kann man als Künstler noch so einen Tanz aufführen, ergründen wird man die Vorgänge nicht wirklich. Isa Rosenberger versucht es dennoch. "Espiral“ nennt sie ihre Ausstellung, die gleichzeitig auch eine Annäherung an das expressionistische Ballett "Der grüne Tisch“ von Kurt Joos sein will, das ja seinerseits schon eine tänzerische Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen von Macht, Ökonomie und Krieg im Umfeld der Weimarer Republik und der ersten Weltwirtschaftskrise war. Vor dem mächtigen Sitz der Österreichischen Nationalbank gerät die im Video gezeigte Reanimation des Balletts zwangsläufig zum ephemeren Totentanz. Die Banken können beruhigt sein.

Grazer Kunstverein, bis 11.6.


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