Kolumne  

Nicht mehr Terror bestimmt die Zukunft der arabischen Welt

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Zehn Jahre lang haben die US-Geheimdienste gebraucht, um Osama bin Laden aufzuspüren. Nicht in einer Höhle in den Bergen Afghanistans haben sie ihn schließlich gefunden, sondern auf einem luxuriösen Anwesen im verbündeten Pakistan.

Der Tod des vermutlichen Drahtziehers des internationalen Terrorismus beschert gerade dem US-Präsidenten einen gewaltigen Propaganda-sieg, der sich vom sogenannten Krieg gegen den Terror seines Vorgängers distanziert und sich für ein neues Verhältnis zur islamischen Welt eingesetzt hat.

Der Ort des Geschehens wirft ein schiefes Licht auf einen zentralen Verbündeten des Westens im Kampf gegen den Terrorismus: Wie sollte es dem pakistanischen Militär und Geheimdienst entgangen sein, dass der meistgesuchte Terrorist der Welt in einem weit sichtbaren Versteck unweit der Hauptstadt lebte? Einmal mehr erhärtet sich der Verdacht, dass Teile des korrupten Staatsapparats mit den Terroristen unter einer Decke stecken. Ganz zu schweigen vom Werdegang bin Ladens,


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