Vom Aussterben bedrohte Österreicher

Politik | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Der Kärntner Ortstafelkompromiss mag aus slowenischer Sicht unfair erscheinen. Trotzdem bleibt der Minderheit keine andere Wahl, als sich darauf einzulassen

Analyse: Wolfgang Zwander

Wird in der Kärntner Slowenenfrage nun endlich gut, was schon so lange währt? Davon kann trotz des jüngst ausverhandelten Ortstafelkompromisses noch kein Rede sein. Eher muss man, wie bei der Mafia, von einem Angebot sprechen, das die Slowenenvertreter nicht ablehnen können, da die Minderheit bereits zu schwach für einen Konflikt ist. Ihre politischen Vertreter werden also dem Ende April präsentierten Plan, der 164 zweisprachige Ortstafeln vorsieht, zähneknirschend zustimmen, um dafür Förderungen für Bildung, Kultur und Sprache zu kassieren - die sie brauchen, falls sie nicht ins Museum wandern wollen. Die slowenischsprachigen Kärntner fühlen sich bei diesem Kompromiss so behandelt, wie sie sich (zu Recht) zumeist behandelt fühlen: als Tescheks der Nation. "Willst du nicht mein Bruder sein, so hau

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