Nüchtern betrachtet

Diese Hinterfragenskacke wird stark überschätzt!

Feuilleton | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Als ein Freund unlängst insinuierte, mich würde anlässlich des grausam runden Geburtstages, der uns beiden noch heuer ins Haus steht, die Altersweisheit ereilen, habe ich mich erbötig gezeigt, ihm mit meiner Faust den Nacken auszurasieren. Es mag dies der richtige Moment sein, um meinen Bezugsschein für eine Midlife-Crisis einzulösen. Natürlich ist das rein statistisch-arithmetisch ein Unfug, aber das liegt am Begriff selbst: Wenn ich recht sehe, können sich Männer von Mitte 30 bis Anfang 60 damit infizieren, Frauen haben ja keine MC, die kriegen bloß "Torschlusspanik“. In Wirklichkeit ist das, was gerne als schrulliger Defekt der maskulinen Psyche belächelt wird, das Produkt eines Mindestmaßes an Selbstreflexivität: Wer als Kind nicht zu heiß gebadet oder aus großer Höhe auf harte Unterlagen fallen gelassen wurde, wird sich irgendwann einmal die Frage stellen, ob’s das jetzt


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