Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Steckling

Kolumnen | Heidi List  | aus FALTER 18/11 vom 04.05.2011

Was Sie nie über Sex wissen wollten: Heidi List antwortet, bevor Sie fragen

"Wart, ich bück mich amal, da, ja, da fahr rein. So ist’s gut. Und jetzt lassen wir ihn wachsen.“ "Jo, einestecken und aufgehen lossn, ohne sonst was tun, das ist immer noch das Beste.“

So schnappte ich’s beim Spaziergang hinter einer Gartenhecke auf. Ich fand das saukomisch, meine Güte, was man beim Garteln so redet. Hehe. Aber das macht der Frühling, der sexualisiert einen, da denkt sich’s schnell einmal vulgär. Dann lugte ich über den Zaun. Aber die pflanzten nichts. Kein Steckling weit und breit außer einem Penis. Der Herr weilte real in der Dame und, ja, ließ anscheinend in ihr sein Ding aufgehen. Irre! Ich, ausgerechnet ich, erwische da zwei beim Machen. Schnell hockte ich mich hin und hielt mir mit beiden Händen die Augen zu.

Altersentsprechung dieser Reaktion: zwei Jahre. Hatte aber leider einen roten Mantel an. Sie hatten mich entdeckt und jagten mich unter unflätigsten Beschimpfungen meiner Wege: "Du Trampel, du glotzerter, grauslicher, du *PIEEEP*, schleich dich, du *PIIIEP*, du versaute, *PIIEP*, sonst *PIIIIEP*!“ Und das tat ich dann auch. Werde nie erfahren, ob was aufgegangen ist.


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