Ausstellung Vernissage

Von Wiener Werkbänken in die weite Welt

Lexikon | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Man kennt die fließenden Formen ihres typischen Stils. Andy Warhol haben die Wiener Designobjekte ebenso gefallen, wie der Schauspielerin Barbara Streisand. Nun wird in der Ausstellung "Hagenauer. Wiener Moderne und Neue Sachlichkeit“ versucht, die Geschichte der von 1898 bis 1987 existierenden Werkstätten Hagenauer nachzuzeichnen. Kein leichtes Unterfangen, denn nach der Schließung des Unternehmens kam das Firmenarchiv abhanden. Dank aufwendiger Recherchen konnte die Kuratorin Olga Kronsteiner für die Schau rund 200 Exponate aus Privatbesitz zusammentragen, anhand derer sie jetzt die Entwicklung dieser kunstgewerblichen Metall- und Holzentwürfe zeigt.

Zu den ältesten Exponaten zählen die klassischen Wiener Bronzewaren, die Firmengründer Carl Hagenauer nach antiken und kunsthistorischen Vorbildern herstellte. Bald würdigte er jedoch der neuen Eleganz des Jugendstils, wodurch Hagenauer zu einem der führenden Wiener Kunstgewerbler aufstieg.

Sein bei Josef Hoffmann ausgebildeter Sohn Karl reduzierte die Ornamente und Verzierungen zugunsten von Reduktion und geometrischer Sachlichkeit. Bereits in den 20er-Jahren exportierten Hagenauer ihre Objekte in die USA. Nach dem Krieg wurde das Sortiment um fröhliche Tierfiguren und Gebrauchsobjekte aus Holz erweitert, die heute bei Sammlern sehr beliebt sind. Die nun im Plural geführten Werkstätten fingen auch an, mit Architekten wie Oswald Haerdtl oder Karl Schwanzer zu kooperieren. 1956 übernahm der Bildhauer Franz Hagenauer die Leitung, unter dessen Ägide die Firma bei der Triennale Milano mehrfach prämiert wurde. NS

Wagner:Werk, Mo 19.00; bis 30.7.


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