Neu im Kino

Eitelkeit kommt vor dem Fall: "Thor“

Lexikon | Stefan Kluger | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Comics-Gigant Marvel Enterprises (Spiderman, Die Fantastischen Vier, X-Men) hat ja auch schon weniger bekannte Superhelden ins Kino geschickt. Da verwundert es kaum, dass nun "Thor“ an der Reihe ist. Tatsächlich handelt es sich dabei um den germanischen Donnergott; und so ist der Protagonist den meisten eben doch ein Begriff.

Asgard, die Welt der Götter, wird von Frostriesen bedroht. Göttervater Odin (Anthony Hopkins) wendet anfangs die Gefahr ab; doch sein eitler Sohn Thor (Chris Hemsworth) vergeigt es. Zur Strafe wird dieser nach Midgard (die Erde) ins Exil geschickt. All seiner göttlichen Macht beraubt, sucht er seinen Kriegshammer Mjölnir. Im Gegensatz zum spektakulären Beginn geht es auf der Erde etwas gemächlicher, auch ein bisschen lustiger zur Sache. Ein Gott ohne Kräfte wirkt eben wie ein Spinner. Und schließlich verliebt sich Thor noch in eine Sterbliche (Natalie Portman).

All das führt zum Sinneswandel des einst hochmütigen Gottes, der nur Macht und Ruhm vor Augen hatte. Das ist insofern konsequent, als er ja auch in der germanischen Mythologie als Beschützer von Midgard, der Welt der Menschen, in Erscheinung tritt.

Regisseur Kenneth Branagh ("Hamlet“, "Operation Walküre“) ist es gelungen, die jetzt nicht gerade originellen Thor-Comics routiniert und recht amüsant zu verfilmen. Fans der 3D-Technik kommen bei der mit zahlreichen CGI-Effekten ausgestatteten Action sowieso voll auf ihre Kosten. Ein wenig mehr Tiefgang und Finesse hätte die recht vorhersehbare Geschichte allerdings schon noch vertragen. Und Superhelden-Flair will von Anfang bis zum Schluss des Films nicht so recht aufkommen; vermutlich gibt die (Comic-)Vorlage einfach wirklich nicht mehr her.

Derzeit in den Kinos (OF im Artis und Haydn)


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