Seinesgleichen geschieht  

Das privatisierte Glücksspiel, ein Beispiel für das Versagen des Staates

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Austria Tabak verlegt ihre Produktionsstätte weg von Österreich, ostwärts. Als Staatsfirma hochprofitabel, wurden die Tabakwerke von der Regierung Klima-Schüssel zu 60 Prozent und dann von Blau-Schwarz zwecks Schüssel-Grasser’scher Budgetkosmetik endgültig privatisiert. 2001, als ihre Profite ungefähr 70 Millionen Euro im Jahr betrugen, stieß man den Rest der Firma um 700 Millionen Euro ab. Standortgarantie selbstverständlich inklusive.

Die Profite der Austria Tabak, längst Teil der JTI, der Japan Tobacco International, waren zuletzt gesunken, hatten sich kurzfristig sogar in Verluste verwandelt. Der Staat hatte bei der Konzernstrategie längst nichts mehr mitzureden. Jetzt kann er seiner einstigen Cashcow hinterherwinken. 3700 Mitarbeiter hatte die ATW vor dem Verkauf, jetzt hat sie in Österreich keine mehr.

Die neue Finanzministerin Maria Fekter äußert gute Ideen für die ÖBB: privatisieren! Soeben hat der Eigentümer Bund der mit 20 Milliarden verschuldeten Bahn eine Infrastrukturinvestition

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