Meinesgleichen

Ausland vor Inland: Hazeh Strache verrät sich

Falter & Meinung | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Der 8. Mai gehört zur österreichischen innenpolitischen Folklore. Der Tag der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bietet der Rechten jährlich Gelegenheit, der österreichischen Öffentlichkeit zu zeigen, dass Österreich keine Reeducation hatte. Diese Rechte spielt ihr changierendes Spielchen, mal lupenreine Demokraten, lupenrein wie Diamanten, mal doch auch zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Der Heldenplatz bietet sich als Spielplatz geradezu an, denn dort hatte unter brausendem Beifall Adolf den Eintritt seiner Heimat in das Deutsche Reich verkündet, während heute eher schüttere Häuflein gewiss sein können, die innenpolitische Öffentlichkeit zum Aufbrausen zu bringen, auch wenn man diese Lupenreinen mit der Lupe suchen muss.

Fatal wirkte sich heuer allerdings aus, dass Oberlupo Hazeh Strache, als Festredner angesagt, plötzlich dringend ins Ausland musste, in geheimer Mission. Ein Strache-Putin-Pakt? Man weiß es nicht. Der Anlass war so bedeutend, dass er umso geheimer bleiben musste. Die zurückgebliebenen Nostalgiker durften sich verraten und verkauft vorkommen. Spät und im Angesicht aufflammender Proteste hatten Straches Berater bemerkt, dass dessen mühsam aufgebaute staatsmännische Fassade Risse erhalten hätte, wäre Hazeh als Nostalgie-Büttenredner in Erscheinung getreten. Geht es doch am 8. Mai stets um die Frage: Wurden wir damals befreit oder besetzt? Eine Ausrede kann Hazeh keiner nehmen. Er war nie dabei. Weder damals noch heute.


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