Kommentar 

Portugals Jugend zahlt für die Versäumnisse der europäischen Politik

Finanzkrise

Falter & Meinung | Markus Marterbauer | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Nach Griechenland und Irland ist nun Portugal das nächste Opfer der Finanzkrise: Wegen der halsabschneiderischen Zinssätze für Staatsanleihen von mehr als zehn Prozent ist das Land gezwungen, um Finanzhilfe des EU-Schutzschirms anzusuchen.

Portugal ist damit ein Opfer der Finanzmärkte, aber auch eines der von Banken und Finanzmärkten ausgelösten weltweiten Finanzkrise. Denn die Staatsschuld ist in deren Folge seit dem Jahr 2007 um 25 Prozentpunkte auf 93 Prozent des BIP gestiegen.

Die Krise traf ein Land, das schon zuvor unter einer fehlenden industriellen Basis seiner Wirtschaft litt: Der Anteil der Wertschöpfung der Industrie ist merklich geschrumpft und betrug 2007 nur noch 14 Prozent. Das war deutlich weniger als in Österreich mit 20 Prozent, aber auch in Tschechien mit 27 Prozent und der Slowakei mit 24 Prozent. Die portugiesische Wirtschaft leidet vor allem gegenüber den osteuropäischen Ländern unter mangelnder Wettbewerbsfähigkeit.

Die Verantwortlichen der EU verlangen im


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige