Die Musikstadt Wien als Popmetropole

Falter & Meinung | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Nach dem Popfest am Karlsplatz: wie aus einem kleinen Festival eine große Chance für die Stadt werden könnte

Kommentar: Gerhard Stöger

Am Samstag machte in der Wiener Popszene ein tragikomisches Gerücht die Runde. Rudolf Buchbinder spiele im Musikverein mit den Philharmonikern ein Beethoven-Klavierkonzert, das für eine DVD-Produktion mitgeschnitten werde, hieß es. Man müsse daher die Konzerte beim angrenzenden Popfest am Karlsplatz auf Zimmerlautstärke reduzieren, da eine Klage drohe, sollte auch nur ein störender Pop-Ton den Weg auf den Mitschnitt finden.

Die Aufregung war unbegründet. Es stellte sich schnell heraus, dass die für die DVD-Produktion notwendige Begrenzung der Lautstärke genau jenem Sound entsprach, der auch an den anderen Popfest-Tagen geboten wurde. Hoch- und Popkultur konnten also in friedlicher Koexistenz leben, der potenzielle Kulturskandal löste sich in Luft auf.

Im Mai 2010 fand das Popfest Wien erstmals statt. Es geriet zum Überraschungserfolg. Bei der


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