Extremisten in der Vorstadt: wenn Angst zum politischen Faktor wird

Politik | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

 Woher kommt die Paranoia, die die FPÖ zum bedeutenden politischen Faktor in Österreich gemacht hat?

In der Monarchie zielte das Ressentiment der Unterschicht trotz massiver Zuwanderung noch auf den Klassenkampf - wenn auch antisemitisch verbrämt. Als Feind galt der "ausbeuterische Hausherr oder Fabrikant“, so Richard Lein von der Uni Wien.

Heute hingegen wechseln Feindbilder, sagt Dieter Schindlauer von Zara. Was vor 15 Jahren der schnauzbärtige Gastarbeiter verkörperte und vor fünf der Schwarze, ist nun das 14-jährige Kopftuchmädchen.

Politologen sprechen angesichts einer flexibilisierten Arbeitswelt vom "Verteilungskampf am unteren Rand der Gesellschaft“. Das beantwortet wohl auch die Frage, was es braucht, damit der verschwörerische Extremismus vieler Vorstadtwiener nicht eines Tages in Gewalt umschlägt: weiterhin Massenwohlstand.


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