Mediaforschung  

Herr Merlicek, was hat Sex mit Mineralwasser zu tun?

Nachfragekolumne

Medien | Marianne Schreck | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Wim Wenders hat es gemacht. Und Federico Fellini. Die international renommierten Filmregisseure drehten Werbefilme. Unternehmen wie Afri-Cola, Barilla und Campari durften sich einer zeitgemäßen (kommerziellen) Bebilderung erfreuen.

Nun hat Vöslauer eine neue Werbung bei der Agentur Demner, Merlicek & Bergmann in Auftrag gegeben und sich die Präsentationsform des Spielfilms zu eigen gemacht. "Dank unserer Auftraggeber durften wir uns wie Filmproduzenten fühlen“, sagt Franz Merlicek.

Ausgehend von dem großzügig konzipierten Kurzfilm, der im Netz gezeigt wird, entwickelte man unterschiedliche Formate für die üblichen Werbekanäle. Mit der britischen Regisseurin Anthea Benton, der aus Baden stammenden Schauspielerin Nora von Waldstätten und dem norwegischen Model Carmen Maria Hillestad ist das Team weiblich aufgestellt.

Der Plot: Eine von Schreibblockaden geplagte Schriftstellerin will in einer hübsch renovierten Kabane nahe der Ursprungsquelle Bad Vöslau ihr Buch beenden und wird dabei von einer mysteriösen Frau doch wieder abgelenkt. Was ist ihr Geheimnis? Wasser bedeutet ewige Jugend!

Rund um die Kampagne wurde ein Literaturwettbewerb eingerichtet, der eher jüngere Autorinnen ansprechen will. Den aufwendig gedrehten Unterwasserbildern, auf denen die Muse mit der Künstlerin in ätherisch entrückter Pose schwebt, wohnt auch ein Moment homophiler Erotik inne.

Warum wird ausgerechnet Mineralwasser doch immer wieder mit Sex in Verbindung gebracht? "Wasser und Gesundheit assoziiert man mit weiblichen Attributen. Mineralwasser hat vordergründig nichts mit Erotik zu tun, aber schön, wenn es sich aus der Geschichte ergibt“, so Merlicek abschließend.


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