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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Was machte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache letzten Sonntag, dem Jahrestag der Befreiung vom NS-Terror, mit seinen Burschenschafter-Freunden am Heldenplatz? Der Kurier lieferte gleich Montag früh die Antwort aufs iPad: Warum er am gestrigen 8. Mai wieder dabei war und die "Totenrede“ hielt? "Ich war immer wieder bei der Veranstaltung, wenn ich eingeladen war und gerade Zeit hatte“, sagt Strache. Wollte er damit den rechten Rand seiner Partei, den er mit seiner Israel-Reise im vergangenen Dezember verärgert hatte, besänftigen? "Das ist eine miese Unterstellung. Hier geht es ausnahmslos darum, aller Opfer dieses Krieges zu gedenken“, sagte Strache kurz davor zum Kurier.

Als das am iPad zu lesen war, wussten allerdings alle anderen Zeitungen längst, dass der FPÖ-Chef seine Rede in letzter Minute abgesagt hatte. Heute hatte die Absage sogar prominent auf dem Titelblatt. Nur der Kurier in seiner modernen iPad-Version sah älter aus als jede Zeitung von gestern.


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