Neue Leiter der Viennafair: "Der Osten, der mag uns eh“

Feuilleton | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

 Als im Herbst vergangenen Jahres Hedwig Saxenhuber und Georg Schöllhammer als neue künstlerische Leiter der Kunstmesse Viennafair bestellt wurden, rieb sich so mancher die Augen. Schließlich hatten die Osteuropa-versierten Kuratoren und Herausgeber der Zeitschrift springerin stets schweres diskursives Geschütz gegen Kunst als kapitalistischen Fetisch in Stellung gebracht; eine Position, die sich mit der Leitung einer Verkaufsmesse keineswegs widerspruchsfrei in Einklang bringen lässt.

Falter: Sie sind als sehr marktkritische Kuratoren bekannt. Was hat Sie an der Aufgabe des Messeleiters gereizt? Oder anders gefragt: Warum tun Sie sich das an?

Hedwig Saxenhuber: Früher fand ich den Besuch von Kunstmessen sehr ermüdend. Aber wenn man als Messemacher auf diese Veranstaltungen geht, sind sie hochspannend, denn jede ist anders und hat ihre spezifische Geschichte. Ich habe aber schon auch damit gehadert, mich in ein rein kapitalistisches System zu begeben: Der Messeveranstalter Reed ist

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