Der Fuchs schüttelt das lange Haar, sein Free Freak Folk, der klingt wunderbar!

Feuilleton | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Plattenkritik: Klaus Nüchtern

Stein schleift Schere, Schere schneidet Papier, aber Haar schlägt Herkunft. Die Fleet Foxes kommen zwar aus Seattle, die üppige Haar- und Bartpracht ist aber ein deutliches Indiz dafür, dass es hier nicht um Grunge, sondern um Facial Hair Folk à la Devendra Banhart, Bon Iver und Iron & Wine geht; und der bis in Zeiten zurück reicht, als David Crosby auf dem Jahrhundertalbum "Déjà Vu“ davon sang, wie er sich fast die Haare hätte schneiden lassen, sich dann aber doch dazu entschloss, "to let my freak flag fly“.

Drei Jahre nach "Fleet Foxes“ knüpft das Quintett mit "Helplessness Blues“ nahtlos ans vielbeachtete Debüt an und lässt hörbar den Rauschebart rauschen. Das Haareabschneiden wird in einem Song thematisiert, der allen Ernstes "Sim Sala Bim“ heißt, der biblischen Entmachtungsfantasie ("Remember when you had me cut my hair? / Call me Delilah then I wouldn’t care“) aber animiert aggressives Akustikgitarrengeschraddel folgen lässt.

  362 Wörter       2 Minuten
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