The Dark Side of the Familienausflug in Super 8

Feuilleton | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

Ambitionierte und avancierte Heimatkunde: der Wohnzimmerspielfilm "Folge mir“ und die Rapper-Doku "Schwarzkopf“

Filmkritik: Joachim Schätz, Michael Pekler

Dass Idyll und Unbehagen nah beieinanderliegen, darauf ist nicht erst David Lynch gekommen. Meist reichen schon Erinnerungen an selbst erlebte Familienausflüge. Johannes Hammel hat sein Familiendrama "Folge mir“ dementsprechend in zwei Paralleldimensionen aufgespalten: Zur bunten Oberfläche von Home-Movies, wie sie in den 70er-Jahren massenhaft mittelständisches Kernfamilienglück beteuerten, fantasiert "Folge mir“ eine Rückseite in Schwarzweiß.

Ausgehend von Super-8-Aufnahmen aus seiner eigenen Kindheit assoziiert Hammel die bedrückende Geschichte der Blumenthals: Die Söhne werden in der Schule schikaniert, die Mutter gleitet in Phobien ab, der Vater steht hilflos daneben.

"Folge mir“ ist der erste Langfilm des erfahrenen Dokumentar-Kameramanns und Experimentalfilmers Hammel - und kaum weniger idiosynkratisch als dessen

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