Widerstand und Infamie der kleinen Leute

Feuilleton | aus FALTER 19/11 vom 11.05.2011

64 Jahre nach seiner Entstehung wird Hans Falladas "Jeder stirbt für sich allein“ überraschend zum Bestseller

Buchkritik: Christoph Bartmann

Jetzt, wo Falladas Roman fast über Nacht zum Bestseller in England, den USA und Israel geworden ist, fragt man sich natürlich schon, weshalb wir damals als Germanisten diesen Autor verschmäht haben und stattdessen lieber schwer verdauliches und politisch konfuses Zeug in die Hand nahmen, wie beispielsweise Hans Henny Jahnns "Fluss ohne Ufer“.

Irgendwie gehörte Fallada in die Sparte "humanistischer Realismus“, zu Remarque, Wassermann, Kästner, Feuchtwanger und Heinrich Mann, lauter Erfolgsautoren übrigens, was das Misstrauen nur noch verstärkte. Von Fallada kannte man eigentlich nur die Buchtitel: "Kleiner Mann - was nun?“, "Bauern, Bonzen und Bomben“, "Wer einmal aus dem Blechnapf frisst“.

1947 ist Hans Fallada, kaum dass er in vier Wochen den 700 Seiten starken Roman "Jeder stirbt für sich allein“ zu Papier gebracht hatte, mit


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